Haapsalu Kurort

Keiser Nikolai II
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Der Kurort Haapsalu kann auf die älteste ununterbrochen tätige Schlammbadestätten Estlands zurückblicken. Die Geschichte des Kurorts geht zurück bis auf das Jahr 1820, als der Kreisarzt Carl Abraham Hunnius in Haapsalu seine Praxis eröffnete. Während er die hiesigen Einwohner behandelte, begegnete Hunnius einem eigenartigen Heilverfahren der Volksmedizin – die Anwendung von Meeresschlamm. Dr. Hunnius lie? die chemische Zusammensetzung des Meeresschlammes untersuchen und testete die neue Methode der Schlammtherapie an seinen Verwandten und Patienten. Die Ergebnisse waren positiv; viele Ärzte und Universitätslehrer in Tartu waren von der neuen Behandlungsweise begeistert. Im Jahr 1825 wurde unter der Leitung von Dr. Hunnius in der Bucht Eeslahe in Haapsalu die erste Schlammbadeanstalt errichtet. Im Jahre 1845 wurde an der Bucht Tagalahe die zweite, bedeutend grössere und komfortablere Schlammbadeanstalt fertiggestellt. Besondere Beliebtheit erlangte die mit vielen Buchten und Inselchen gezierte Kurortstadt beim wohlhabenden Adel von St. Petersburg sowie am russischen Zarenhof. Die Zaren Peter I., Alexander I., Alexander II., Alexander III. und Nikolai II. reisten nach Haapsalu, um hier ihre Gesundheit zu pflegen und die beschauliche Atmosphäre zu geniessen.

Im Jahre 1867 verbrachte der weltberühmte russische Komponist Peter Tschaikowski den Sommer in Haapsalu; hier schrieb er einen Teil seiner ersten Oper ‘Der Woiwode’ und den Instrumentalzyklus ‘Souvenir de Hapsal’. Auch der berühmte russische Maler und Theaterkünstler Nicholas Roerich entdeckte die reizvolle Kurstadt für sich. Die bekannten Werke ‘Hinter den Meeren gibt es grosse Länder’ und ‘Das Warägermotiv’ waren gerade von seinem letzten Besuch im Jahr 1910 inspiriert.

In den Zeiten der ersten Republik Estland (1918-1940) war Haapsalu nach wie vor eine beliebte Kurstadt. In 1938 wurde ein gro?es modernes Sanatoriumsgebäude fertiggebaut und im Juli desselben Jahres verbrachten hier Menschen aus 21 Nationalitäten ihren Sommer. Neben Professoren und Musikern suchten hohe Staatsbeamten und bekannte Geschäftsleute aus der ganzen Welt die Stadt zur Erholung auf. Auch viele führende estnische Staatsbeamte und Kulturschaffende hielten sich im Sommer in Haapsalu auf – Aino Kallas, Friedebert Tuglas, Villem Grünthal-Ridala, Oskar Luts u.a. Nach der Okkupation Estlands wurde das Sanatoriumswesen gemäss sowjetischer Gesetzesgebung umgestaltet. Das in der Periode der Republik Estland errichtete und auch heutzutage noch erfolgreich arbeitende Sanatorium ‘Laine’ wurde erweitert. Hier wurden Patienten aus ganz der ganzen Sowjetunion aufgenommen.

Im wieder selbständig gewordenen Estland wurden die Traditionen der Schlammtherapie in Haapsalu erneut ins Leben gerufen.

Im Jahr 1994 nahm das reorganisierte Sanatorium ‘Laine’ seine Tätigkeit auf; auf dem Grundstück der ehemaligen Heilanstalt Bergfeldt entstand eine kleine Schlammbadeanstalt, die denselben Namen trug. Im Jahre1997 wurde inmitten des Kiefernwaldes Paralepa das Gesundheits- und Erholungszentrum Fra Mare fertiggestellt. Wie ehedem präsentiert sich Haapsalu in der ganzen Welt als bedeutende Kurstadt.

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